Von Caroline Jerchel 

On Allgemeine Zeitung

EMPFANG Künstlerinnen aus Israel besuchen Ingelheim während ihrer Ausstellung in Frankfurt

INGELHEIM – Eine bunte Gruppe von 24 Frauen samt Begleitung aus dem nordisraelischen Afula wurde von Oberbürgermeister Ralf Claus im Jugend- und Kulturzentrum Yellow empfangen: gern gesehene Gäste. Anlass war eine Kunstausstellung in der Paulskirche in Frankfurt, die seit knapp einer Woche läuft: “Art for Peace – Women & their Olive Trees – ein Beispiel friedlicher Koexistenz in Israel”.

Symbol für Gerechtigkeit

AUSSTELLUNG

Sehenswert: “Art for Peace – Women & their Olive Trees”, Paulskirche Frankfurt/Main, Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr, freier Eintritt – noch bis 15. August.

img_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MjA1NTY5MTFfNTQ1NDRfTS5qcGcuMjcyMjk5OTguanBn_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MjA1NTY5MTFfNTQ1NDRfTS5qcGcuMjcyMzAwMDAuDie meisten der Künstlerinnen sind zum ersten Mal in Deutschland, für sechs Tage erkunden sie Frankfurt und Umgebung. Zum Beispiel Mira Freundlich: Die kontaktfreudige 60-Jährige kommt aus Tiberias am See Genezareth und lebt heute in einem Dorf nahe Afula. Die fünffache Mutter und vierfache Großmutter arbeitet als selbstständige Wirtschaftsprüferin und hat wie alle anderen auch einen Olivenbaum gemalt – den in ihrem Garten: “Mein Bild steht für das Leben, das der Baum gibt, die Nährstoffe, mit denen er uns versorgt.” Tatsächlich sind saftige Olivenfrüchte zu erkennen, umrankt von Blättern in allen Grünschattierungen – und das alles vor einem leuchtend azurblauen Himmel. Die Großeltern ihres geschiedenen Mannes seien Deutsche gewesen, erklärt Mira ihren Nachnamen. Die Reise in den Norden genießt sie sichtlich und Ingelheim ist für sie einfach ein “lovely place”. Der Olivenbaum ist ein Symbol für den Frieden, eine in vielen Religionen existierende Metapher für Liebe, Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

Photogallery : http://www.wizo-ev.org/olive-tree-dt/

Die Künstlerin und Kunstlehrerin Sheila Dvore Casdi hat vor zwei Jahren mithilfe der zionistischen Frauenorganisation Wizo (Women’s International Zionist Organisation for an Improved Israeli Society) in Afula ein spannendes Projekt initiiert: Frauen verschiedener Herkunft, Jüdinnen, Muslima, Christinnen und Tscherkessinnen, treffen sich jede Woche zum Austausch, zum Reden, zum Essen – und zum Malen. Und zwar dem Malen ihres ganz persönlichen Olivenbaums. Die farbenfrohen Ergebnisse konnten 2014 erstmals im Osten Frankreichs präsentiert werden – und jetzt eben in Frankfurt/Main.

“Seit über 30 Jahren gibt es den Jugendaustausch von Afula und Ingelheim und ich kann mir keinen besseren Weg vorstellen, sich kennen und verstehen zu lernen,” erklärte Ralf Claus in seiner Begrüßungsrede. “Umso schöner, dass wir nun auch einmal Erwachsene hier begrüßen dürfen.” Bei den Gästen aus Israel kam es besonders gut an, dass Claus’ Rede vom Vorsitzenden des “Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.” (DIF), Klaus Dürsch, auf Ivrit übersetzt wurde. Der Manager des Wizo Afula Community Centers, David “Dudu” Moatty, der die Gruppe nach Deutschland begleitet hat, fand herzliche Worte: “Danke für Ihre Gastfreundschaft, danke, dass wir hier sein dürfen.”

Bevor sich die Gäste unter Leitung von Lisa und Ingo Dietrich auf einen reizvollen Ausflug in den Rheingau begaben, wurden Geschenke übergeben: selbstgemalte Bilder und Kunsthandwerk aus Israel.

From

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/ingelheim/ingelheim/olivenbaeume-fuer-den-frieden_15935201.htm